Scritta da: Silvana Stremiz

Abend auf dem Roten Meer

Von brennenden Wüsten her
Taumelt ein giftiger Wind,
Dunkel wartet das wenig bewegte Meer,
Hundert hastige Möwen sind
Durch die heiße Hölle unsre Begleiter.
Blitze reißen kraftlos am Himmelsrand,
Keines Regens Wohltat kennt dieses verfluchte
Land.

Drüber aber steht licht und heiter
Eine friedliche Wolke allein;
Die hat uns Gott dahin gestellt,
Daß wir nicht länger trostlos sein
Und einsam leiden mögen in dieser Welt.

Niemals will ich die Öde unermessen
Und diese brütende Hölle vergessen,
Die ich am heißesten Ort der Erde fand;
Daß aber drüber die lächelnde Wolke stand,
Soll mir ein Trost sein für die lastende Schwüle,
Die ich in meines Lebens Mittag mir nahen fühle.

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